Die Verdampfung von Cannabis

Unterschiede im Vergleich zum Rauchen

Seit einigen Jahren rückt die Möglichkeit der Verdampfung von Cannabiswirkstoffen immer mehr ins Bewußtsein der Hanfkonsumenten. Insbesondere für die medizinische Verwendung von Hanf (CPure Hanf) verspricht die Verdampfung von Cannabinoiden Vorteile gegenüber dem Rauchen. Wie allgemein bekannt ist, wird beim Rauchen das Hanfkraut oder Haschisch verbrannt, wobei Temperaturen von ca. 500-700°C erreicht werden. Bei der Verdampfung von Cannabis hingegen wird das Pflanzenmaterial auf mindestens 185°C erhitzt, das ist die Temperatur, ab der THC (Tetrahydrocannabinol – Hauptwirkstoff in Cannabis) aus dem Pflanzenmaterial ausdampft und in die Luft übergeht, also inhaliert werden kann. Im Prinzip findet auch beim Rauchen eine Verdampfung statt, die heißen Rauchgase durchströmen das Pflanzenmaterial und führen so zur Verdampfung der Wirkstoffe, die dann in den Rauch übergehen. Die notwendige Hitze wird hier allerdings durch die Verbrennung des Cannabis erzeugt, was mit schwerwiegenden Nachteilen verbunden ist. So muß man beim Rauchen zwangsläufig mit den erwünschten Inhaltsstoffen auch krebserregende, atemwegsreizende und übelriechende Verbrennungsschadstoffe inhalieren. Außerdem werden durch die unkontrollierten, viel zu hohen Verbrennungstemperaturen der größte Teil der Inhaltsstoffe unnötig zerstört und so das Ausgangsmaterial vergeudet. Rauchen ist also nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch ineffizient.

3-4 mal soviele Wirkstoffe gegenüber rauchen

Mit einem guten Verdampfer (Vaporizer) kann man dagegen ohne weiteres 3-4 mal soviel Wirkstoffe aus Cannabis lösen und das bei stark reduzierter Schadstoffaufnahme. Laut ersten Ergebnissen einer Studie der kalifornischen NORML (National Organization for the Reform of Marijuana Laws) und MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies) produzierte der dort untersuchte Verdampfer bei 185°C THC (Tetrahydrocannabinol – Hauptwirkstoff in Cannabis) wobei drei gemessene Toxine (Benzol, Toluol und Naphtalin) vollständig eliminiert wurden. Kohlenmonoxid und Teer wurden reduziert. Weitere Vorteile im Vergleich zum Rauchen sind der angenehmere Geschmack welcher auch von Nichtrauchern akzeptiert wird, sowie die wesentlich geringere Geruchsentwicklung. Es entsteht kein aufdringlicher Qualm und Nichtraucher werden auch bei der Anwendung in gemeinsam benützten Räumen nicht belästigt. Die Wirkung von verdampftem Cannabis tendiert eher in Richtung „high“, während dasselbe Material geraucht eher in Richtung „stoned“ wirkt. In erster Linie hängt die Wirkung aber vom Chemotyp des verwendeten Cannabis ab, also vom Verhältnis der beiden Hauptinhaltsstoffe THC (wirkt berauschend) und CBD (Cannabidiol – wirkt sedierend) zueinander. Die höhere Wirkstoffausbeute im Vergleich zum Rauchen führt nicht zu einer stärkeren Wirkung. Die Intensität der Wirkung wird vor allem durch die Qualität des verwendeten Cannabis bestimmt. Die höhere Effizienz äußert sich darin, daß man das Material mehrfach verwenden kann. Beim Rauchen wird das Material verbrannt, es bleibt Asche übrig mit der man nichts mehr anfangen kann. Beim Verdampfen hingegen wird das Material nur mit Heißluft durchströmt. Abgesehen davon, daß die Inhaltstoffe nach und nach verdampfen passiert weiter nichts. Man kann also nachdem man genügend Wirkstoffe inhaliert hat, den Verdampfer abschalten und beim nächsten mal aus der gleichen Füllung weitere Wirkstoffe inhalieren. Diesen Vorgang kann man solange wiederholen bis nichts mehr ausdampft und keine Wirkung mehr zuverspüren ist. Erst dann muß mit frischem Material befüllt werden.

Tipps zum dampfen

Tipps für die Verdampfung von Cannabis in der Praxis In den Bedienungsanleitungen von Verdampfern wird man vergebens nach Hinweisen für die Cannabisverdampfung suchen. Der Grund dafür liegt darin, daß Geräte nicht damit beworben werden dürfen, daß illegale Substanzen verabreicht werden können. Auch die hier veröffentlichten Ratschläge dienen natürlich nur der theoretischen Information und dürfen derzeit zumindest in Deutschland nicht in die Praxis umgesetzt werden. In erster Linie hängt der Anteil von Wirkstoffdämpfen in der abgekühlten Heißluft, welche inhaliert werden soll, von der Beschaffenheit (Qualität) und der Menge (Quantität) des in den Verdampfer gegebenen Cannabis ab. Weitere wichtige Faktoren sind die Größe der Oberfläche des Haschisch oder Marihuana und die Verdampfungstemperatur. Daß die Qualität des Verdampfungsguts eine Rolle spielt ist einleuchtend, ebenso verhält es sich mit der Menge – mehr Cannabis dampft mehr – ist klar. Man sollte darauf achten, daß eine gewisse Mindestmenge notwendig ist, damit auch genügend Dämpfe entstehen können. Und damit wären wir schon bei der Oberfläche. Wer z.B. 1/2 Gr. Haschisch zur Kugel rollt und in den Verdampfer legt wird vom Ergebnis recht enttäuscht sein, da kaum Dämpfe aufsteigen und entsprechend wenig Wirkung zu spüren sein wird. Das gleiche Haschischstück fein zerkleinert mit demzufolge wesentlich größerer Oberfläche wird allerdings recht kräftig dampfen und daher auch eine starke Wirkung zeigen. Wirkstoffe können nur aus dem Cannabis ausdampfen, wenn sie sich nahe genug an der Oberfläche befinden. Daher ist es auch von Vorteil, wenn man nach den einzelnen Verdampfungsdurchgängen das Material hin und wieder zerreibt, um das Innere nach außen zu kehren. Hanfblüten bzw. -blätter (Marihuana) haben von Haus aus eine größere Oberfläche und brauchen daher nur wenig – nicht zu fein - zerkleinert werden. Das Cannabis sollte auch immer locker in die Füllkammer eingefüllt werden - ohne es zusammenzupressen – damit die Heißluft überall gut rankommt.

Vaporizer Temperatur

Wie bereits erwähnt ist auch die Verdampfungstemperatur von Bedeutung. Je höher die Temperatur, desto mehr Wirkstoffe werden auf einmal gelöst. Höhere Temperaturen wie unbedingt notwendig produzieren aber auch mehr Schadstoffe und beeinträchtigen den Geschmack. Eine Temperaturerhöhung ist daher allenfalls angebracht wenn nach mehreren Durchgängen die Wirkung nachlässt und deutlich weniger Dämpfe aufsteigen. So kann man noch die letzten Reste herausholen. Verdampftes, natürliches Cannabis reizt die Atemwege wesentlich weniger wie gerauchtes, ist aber nicht völlig reizfrei. Großen Einfluß hierauf hat das verwendete Material, die Qualität des Verdampfers und die Atemtechnik. So sollte man ganz bewußt einatmen, die Luft einige Sekunden anhalten und wieder ausatmen. Sprechen oder Lachen während der Inhalation sollte vermieden werden, da dies insbesondere bei ungeübten Konsumenten zu Hustenanfällen führen kann. Nach einer gewissen, individuellen Eingewöhnungsphase läuft die Inhalation von verdampftem Cannabis problemlos ab. Auf die Temperaturangaben von Vaporizern sollte man sich nicht verlassen. Selbst äußerlich präzis wirkende Digitalanzeigen sind letztlich irreführend, wenn die Anzeige mit den tatsächlich vorhandenen Temperaturen in der Füllkammer nicht übereinstimmt. Es ist besser, eigene Beobachtungen anzustellen. Wenn ein feiner, weisser Nebel aufsteigt ist die Temperatureinstellung optimal. Bei kaum sichtbarem Dunst ist entweder die Temperatur zu niedrig oder das Verdampfungsgut gibt nichts mehr her. Bei dickem, gar gelblichem Qualm handelt es sich nicht um Dämpfe, sondern um Rauch, das Material in der Füllkammer ist dann aufgrund zu hoher Temperaturen dunkelbraun bis schwarz verfärbt. Bei minderwertigen Verdampfern kann es sogar vorkommen, daß das Material verbrennt.

Was ein guter Vaporizer mit Geschmack zu tun hat?

Ein guter Vaporizer muß so gebaut sein, daß ein Verbrennen von Pflanzenmaterial von vornherein ausgeschlossen ist. Der Geschmack hat übrigens mit der Wirkung nur wenig zu tun. Die Aromen – relativ leicht flüchtige ätherische Öle – verdampfen viel schneller wie die Cannabinoide. Nach den ersten Durchgängen ist der Anfangsgeschmack verflogen, aber die Wirkung läßt immer noch nicht nach. Abgesehen davon hängt der Geschmack in erster Linie von dem ab, was man hineintut. Ein guter Vaporizer ist immer geschmacksneutral. Leider geben sich nur wenige Cannabiszüchter die Mühe, ein sauber schmeckendes Cannabis zu ziehen, bei „industriell hergestellten“, holländischen Sorten z.B. geht es meist nur um einen hohen Ertrag und Wirkstoffgehalt. Das spielt beim Rauchen auch keine große Rolle, da der Geschmack sowieso weitgehend vom Qualm überdeckt wird. Bei verdampftem Cannabis hingegen werden die Unterschiede viel deutlicher erkennbar. Hoffnung machen hier einige Schweizer „Öko“-Hanfbauern, dort konnte ein sehr wirksames Schweizer Haschisch verdampft und verkostet werden. Der Geschmack war mild und angenehm, ohne die Atemwege zu reizen. Genauso sollte Cannabis für den medizinischen, aber auch allgemeinen Bedarf beschaffen sein. Gewöhnliches Haschisch und Marihuana sind für Verdampfer gut geeignet. Auch Cannabisharz in Pulverform (fälschlicherweise oft Pollen genannt) macht keine Probleme. Es gibt einige wenige Haschischsorten die bei Hitzeeinwirkung ölig/klebrig werden und dann die Siebe zuschmieren. Derartiges Hasch sollte man vorher erhitzen und mit einem Träger wie z.B. Hanfblätter, Salbei oder Pfefferminze mischen. Das verhindert verstopfte Siebe, sorgt für eine vergrößerte Oberfläche und beschert interessante Geschmacksvariationen. Mit Haschöl kann man genauso verfahren. Eine andere Möglichkeit ist, das Öl wie Dronabinol (synthetisch hergestelltes, reines Delta-9 THC) in Alkohol zu lösen und auf einen Baumwollwattebausch zu träufeln, welcher dann in die Füllkammer verbracht wird. Das THC verdampft, der Wattebausch bleibt übrig. Das Verdampfen von Dronabinol (nur auf Rezept) ist derzeit die einzig legale Möglichkeit in Deutschland Cannabinoide auf inhalativem Wege zu applizieren. Nur am Rande sei erwähnt, daß sich eine Vielzahl anderer Drogen und Pflanzenwirkstoffe ebenfalls verdampfen und inhalieren lassen.

Stand der Technik

Der Stand der Technik Es gibt im wesentlichen zwei unterschiedliche Funktionsprinzipien nach denen Verdampfer arbeiten. Die einen arbeiten nach dem „Bratpfannenprinzip“, das heißt, daß das Pflanzenmaterial auf einer erhitzten Fläche verteilt wird und die dann aufsteigenden Dampfbzw. Rauchschwaden inhaliert werden. Konstruktionsbedingt kann so das Material nicht gleichmäßig erhitzt werden. Derartige Geräte sind zwar vergleichsweise billig, aber taugen nicht viel und können daher nicht empfohlen werden. Die andere Methode ist die Durchströmung des Verdampfungsgutes mit heißer Luft. Auf diese Weise kann das Cannabis wesentlich gleichmäßiger erhitzt werden, was die Voraussetzung für eine kontrollierte Verdampfung ist. Die größte technische Schwierigkeit dabei ist, die Luft auf eine vorbestimmte Temperatur zu erhitzen. THC verdampft ab 185°C, Zellulose (Pflanzenmaterial) fängt ab 235°C zu kokeln und schließlich zu brennen an. Theoretisch kommen daher Temperaturen zwischen 185°C und 235°C für die Cannabisverdampfung in Frage. Aus Gründen des Geschmacks, der Effizienz und der Schadstoffbelastung sollte ein guter Vaporizer aber in der Lage sein Lufttemperaturschwankungen von 185°C bis 205°C max. in der Füllkammer unter Praxisbedingungen zu realisieren. Je geringer die Schwankungen desto besser. Oft hört man: „Mein Billig-Vaporizer funktioniert doch, ich spüre einwandfrei eine Wirkung!“. Das ist jedoch kein Argument für einen Vaporizer, denn Wirkung kann man auch mit einer Pfeife oder einem Joint erreichen, aber auch z. B. mit einer heißen Herdplatte auf die man Cannabis streut, um die dann entstehenden Dampf- bzw. Rauchschwaden zu inhalieren. Mit einer kontrollierten Verdampfung hat das jedoch nichts zu tun.

Was sind die Voraussetzungen für einen guten Vaporizer

Grundvoraussetzung für einen guten Vaporizer ist vor allem, daß er die Temperatur knapp oberhalb des Verdampfungspunktes halten kann, um so ein Optimum an Schadstoffreiheit, Effizienz und Geschmack zu gewährleisten. Weitere wichtige Punkte sind: größtmögliche Sicherheit für den Anwender, unkomplizierte Bedienung und eine vom Verdampfungsprozess unabhängige Inhalation. Es gibt viele Verdampfer die man empfehlen kann: Den Aromed-Vaporizer von Research&Experience (mit Einschränkungen) und den Volcano Vaporizer von Vapormed. Beim Aromed-Vaporizer wird eine Glühbirne zum Heizen benutzt, so daß von den unter Glas gekapselten Heizdrähten keine Kontamination der Atemluft ausgehen kann. Die angezeigten Temperaturen am digitalen Display des Aromed-Vaporizer entsprechen jedoch nicht den tatsächlichen Temperaturen beim Verdampfungsvorgang in der Füllkammer. Da beim Aromed die Luft vom Anwender per Lungenkraft bewegt wird, gibt es zwangsläufig Volumenstromschwankungen, und damit Temperaturschwankungen die auch eine ausgefeilte Elektronik nicht annähernd gradgenau ausgleichen kann, zumal wenn der Temperaturfühler nicht am Ort des Geschehens (also in der Füllkammer) liegt. Der Anwender kann jedoch versuchen durch möglichst gleichmäßiges Einatmen Volumenstromschwankungen zu minimieren, so daß man doch noch zu einem befriedigenden Ergebnis kommt. Der Aromed kühlt und filtert die Dämpfe mit Wasser, was dazu führt, daß ein beträchtlicher Teil der Wirkstoffe im Wasser landet anstatt in der Lunge.

Volcano Vaporizer von Vapormed

Im Volcano von Vapormed wird das Problem der Heißlufterzeugung auf eine im Prinzip verblüffend einfache Art und Weise gelöst: Die Luft wird durch einen beheizten Aluminiumblock gepumpt (wie durch einen Ofen mit Lüftungskanälen) und nimmt so zwangsläufig die gewünschte Temperatur an. Eine Membranpumpe sorgt für einen konstanten Luftdurchsatz, Volumenstromschwankungen sind daher ausgeschlossen. Das funktioniert so gut, daß auf eine elektronische Regelung verzichtet werden kann. Ein Bimetallregler reicht aus, um eine maximale Lufttemperaturschwankung von 8°C in der Füllkammer zu gewährleisten. Damit verfügt der Volcano über die präziseste Temperatursteuerung unter den Vaporizern. Der Clou am Volcano ist aber der patentierte Ventilballon in den die entstehenden Dämpfe gepumpt werden. Nach dem Befüllen läßt sich der Ventilballon komplett vom Gerät abnehmen und der Inhalt kann dann vom Anwender in aller Ruhe inhaliert werden. Eine absolut sichere Anwendung ist dadurch gewährleistet, da die Verdampfung vorher stattfindet und der Anwender während der Inhalation weder mit Glas, noch Hitze oder Elektrizität zu tun hat. Der Volcano ist die neueste Entwicklung unter den Verdampfern und den bisherigen Modellen unter anderem in Punkto Qualität, Funktionalität und Design deutlich überlegen. Dieses Gerät wird in Tuttlingen hergestellt, einer Stadt in Süddeutschland, die weltweit als das Zentrum der Medizintechnik gilt. Das hier vorhandene Knowhow im medizintechnischen Apparatebau wurde bereits in der Entwicklungsphase des Volcano genutzt und macht diesen Vaporizer zur ersten Wahl für anspruchsvolle Anwender.

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